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Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer: Vorlage

Die Vorlage kündigt „außerordentlich und fristlos“ und hilfsweise fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt – trägt der wichtige Grund nicht, endet das Arbeitsverhältnis so wenigstens zum regulären Termin. Sie muss innerhalb von zwei Wochen, nachdem du den Grund kennst, unterschrieben beim Arbeitgeber sein (§ 626 Abs. 2 BGB). Meist geht eine Abmahnung mit Frist voraus.

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Schlüsselbund mit Büroschlüsseln auf der Fensterbank eines leeren Büros, Regentropfen an der Scheibe, kühles Morgenlicht
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Diese Vorlage ist für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, denen die Arbeit bis zum Ende der Kündigungsfrist nicht mehr zuzumuten ist – etwa weil der Lohn trotz Mahnung ausbleibt oder Beschwerden über Belästigung folgenlos bleiben. Ob dein Grund trägt, prüft sie nicht; das erklärt die Seite Fristlose Eigenkündigung mit Urteilen und den Maßstäben der Agentur für Arbeit. Hier geht es um das Schreiben selbst, um einen Zeitplan für die Zwei-Wochen-Frist und um die Schritte danach. Arbeitgeber, die eine solche Kündigung bekommen, finden am Ende, was sie jetzt tun können.

Bevor du die Vorlage nutzt

  1. Grund festhaltenWas ist wann passiert? Notiere Daten, Beträge und Zeugen und sichere den Schriftverkehr. Absolute Kündigungsgründe gibt es nicht; entscheidend ist die Abwägung aller Umstände des Einzelfalls (§ 626 Abs. 1 BGB, BAG, 10.06.2010, 2 AZR 541/09).
  2. AbmahnenLiegt der Grund in einer Pflichtverletzung des Arbeitgebers, verlangst du zuerst schriftlich Abhilfe mit einer Frist und kündigst an, dass du sonst fristlos kündigst (§ 314 Abs. 2 BGB). Entbehrlich ist das nur, wenn keine Änderung zu erwarten ist oder die Verletzung zu schwer wiegt.
  3. Zwei Wochen im Blick behaltenAb dem Tag, an dem du die entscheidenden Tatsachen kennst, hast du zwei Wochen; bis dahin muss die Kündigung beim Arbeitgeber sein (§ 626 Abs. 2 BGB). Wer die Frist verstreichen lässt, kann auf diesen Grund keine fristlose Kündigung mehr stützen.
  4. Rat holenEs geht um Arbeitslosengeld und um mögliche Schadensersatzansprüche beider Seiten. Mitglieder fragen ihre Gewerkschaft, sonst eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht – am besten vor der Abgabe.

Vorlage

Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer: ausfüllen und drucken

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1. Angaben
Freiwillig; erscheint unter dem Betreff.
Tatsachen mit Datum, keine Wertungen. Pflicht ist der Grund im Schreiben nicht – dann den Haken bei „Grund nennen“ entfernen.
Nur für den Zusatz „Abmahnung erwähnen“.
Nur für den Zusatz „Abmahnung erwähnen“.
2. Empfänger
3. Absender
4. Zusätze

[Vor- und Nachname] · [Straße und Hausnummer] · [PLZ Ort]

Firma
z. Hd. Geschäftsführung
Straße und Hausnummer
PLZ Ort

[Ort], 6. Oktober 2026

Fristlose Kündigung meines Arbeitsverhältnisses

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis außerordentlich und fristlos aus wichtigem Grund. Hilfsweise kündige ich ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Grund der Kündigung: [Grund der Kündigung]

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung schriftlich.

Bitte stellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus, das sich auch auf Leistung und Verhalten erstreckt.

Mit freundlichen Grüßen

[Vor- und Nachname]

Ausdrucken, eigenhändig unterschreiben und so übergeben, dass die Kündigung innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des Grundes beim Arbeitgeber ist – persönlich gegen Empfangsbestätigung oder durch einen Boten (§ 626 Abs. 2, § 623 BGB). Spätestens drei Tage danach arbeitsuchend melden, am besten am selben Tag online (§ 38 SGB III).

Zeitplan an einem Beispiel: der Lohn bleibt aus

Das Septembergehalt ist nicht gekommen, Nachfragen bleiben unbeantwortet. Ein sauberer Ablauf sieht so aus. Gerechnet ist vorsichtig ab dem Ablauf der gesetzten Frist, weil nicht geklärt ist, wann die zwei Wochen bei einem andauernden Zustand wie einem Lohnrückstand beginnen:

DatumSchrittGrundlage
Mo 05.10.2026Abmahnung gegen Empfangsbestätigung übergeben: Zahlung bis Mo 12.10.2026, sonst fristlose Kündigung§ 314 Abs. 2 BGB
Mo 12.10.2026Frist läuft ohne Zahlung ab; ab hier zählen die zwei Wochen§ 626 Abs. 2 BGB
Do 22.10.2026Kündigung persönlich übergeben und den Empfang auf der Kopie quittieren lassen; am selben Tag online arbeitsuchend melden§ 623 BGB, § 38 SGB III
Fr 23.10.2026erster Tag ohne Beschäftigung: spätestens jetzt arbeitslos melden, wenn du Arbeitslosengeld beantragen willst§ 141 SGB III
Mo 26.10.2026rechnerisch letzter Tag für den Zugang – nicht bis dahin warten§ 626 Abs. 2 BGB
Mo 30.11.2026Ende, falls der Grund nicht trägt und die hilfsweise ordentliche Kündigung greift: Grundfrist ab dem 22.10.§ 622 Abs. 1 BGB

Ein Streit nur über die richtige Höhe einer Zahlung reicht meist nicht; die Hürde zeigt ein entschiedener Fall auf der Seite Fristlose Eigenkündigung. Fällt der letzte Tag der zwei Wochen auf einen Sonn- oder Feiertag, ist nicht geklärt, ob sich die Frist verlängert – plane den Zugang deshalb immer mit Abstand.

Die Bausteine des Schreibens

  • Fristlos, hilfsweise fristgerecht: Der zweite Satz steht fest in der Vorlage. Trägt der Grund nicht, endet das Arbeitsverhältnis so wenigstens zum nächsten regulären Termin. Ohne ihn hinge das Ende davon ab, ob ein Gericht die Kündigung in eine ordentliche umdeutet – das ist möglich, aber nicht sicher (BAG, 18.06.2025, 2 AZR 228/23).
  • Grund: Hineinschreiben musst du ihn nicht; verlangt der Arbeitgeber ihn, musst du ihn unverzüglich schriftlich mitteilen (§ 626 Abs. 2 BGB). Wer ihn gleich nennt, dokumentiert Anlass und Zeitpunkt – auch für die Agentur für Arbeit. Schreib Tatsachen mit Datum, keine Wertungen, und bleib bei zwei, drei Sätzen – der Brief soll auf eine Seite passen. Zwei Beispiele für das Feld:

Trotz meiner Abmahnung vom 05.10.2026 mit Frist bis zum 12.10.2026 haben Sie mein Gehalt für September 2026 nicht gezahlt.

Am [Datum] habe ich mich bei Ihnen über [Vorfall] beschwert und Abhilfe verlangt. Maßnahmen haben Sie nicht ergriffen; am [Datum] hat sich der Vorfall wiederholt.

  • Abmahnung erwähnen: Der Zusatz mit Datum und Frist belegt, dass du Abhilfe verlangt hast und wann die zwei Wochen begonnen haben.
  • Abrechnung und Schadensersatz: Für die bis zum Ende geleistete Arbeit steht dir die Vergütung zu (§ 628 Abs. 1 BGB). Hat sein vertragswidriges Verhalten die Kündigung ausgelöst, haftet der Arbeitgeber für den Schaden, der dir durch das vorzeitige Ende entsteht (§ 628 Abs. 2 BGB); wie weit das reicht, steht unter Fristlose Eigenkündigung.
  • Zeugnis, Urlaub, Arbeitsbescheinigung: Zeugnis und Urlaubsabgeltung stehen dir auch nach einer fristlosen Kündigung zu (§ 109 GewO, § 7 Abs. 4 BUrlG). Die Arbeitsbescheinigung braucht die Agentur für Arbeit, wenn du Arbeitslosengeld beantragst (§ 312 SGB III).

Übergabe – auch wenn du nicht mehr hingehen willst

Die fristlose Kündigung braucht dieselbe Form wie jede andere: Papier mit eigenhändiger Unterschrift (§ 623 BGB). Willst du den Betrieb nicht mehr betreten, schick einen Boten, der den Inhalt kennt und Datum und Uhrzeit des Einwurfs notiert. Das Einwurf-Einschreiben ist bei zwei Wochen Frist riskant: Wann es ankommt, steuerst du nicht, und als Beweis reichen Einlieferungsbeleg und Online-Status allein nicht (BAG, 30.01.2025, 2 AZR 68/24). Einzelheiten unter Zugang der Kündigung.

Danach: Agentur, Streit, Arbeitgeberseite

  • Agentur für Arbeit: Ob dein Grund eine Sperrzeit ausschließt, prüft sie nach eigenen Maßstäben; ohne wichtigen Grund sind es in der Regel zwölf Wochen (§ 159 Abs. 3 SGB III). Belege wie Abmahnung, Schriftverkehr oder ein ärztlicher Rat zur Aufgabe der Arbeit legst du dort vor. Siehe Sperrzeit nach Eigenkündigung und Kündigung aus gesundheitlichen Gründen.
  • Wenn der Arbeitgeber widerspricht: Fordert er dich auf, bis zum regulären Ende zu arbeiten, lass dich beraten, bevor du eine neue Stelle antrittst. Bleibst du einfach weg und trägt dein Grund nicht, riskierst du eine Kündigung wegen Arbeitsverweigerung und Schadensersatzforderungen.
  • Für Arbeitgeber: Eine Kündigung muss nicht angenommen werden; sie wirkt mit dem Zugang (§ 130 BGB). Wer den Grund bestreitet, kann ihn schriftlich verlangen (§ 626 Abs. 2 BGB), teilt mit, zu welchem Termin das Arbeitsverhältnis nach seiner Ansicht endet, und bescheinigt der Agentur auf Verlangen Ende und Grund der Beendigung (§ 312 SGB III). Wie es umgekehrt läuft, zeigt Fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber.

Häufige Fehler

  1. Zu lange gewartet: Zwei Wochen nach Kenntnis ist die fristlose Kündigung aus diesem Grund ausgeschlossen.
  2. Ohne Abmahnung: Wo Abhilfe möglich gewesen wäre, fehlt dann eine Voraussetzung der fristlosen Kündigung. Auch die Agentur erkennt einen wichtigen Grund nur an, wenn du erfolglos versucht hast, die Ursache zu beseitigen, oder ein solcher Versuch aussichtslos gewesen wäre (FW 159.1.2 Abs. 4).
  3. Hilfsweise-Satz gestrichen: Dann bleibt offen, wann das Arbeitsverhältnis endet, wenn der Grund nicht trägt.
  4. Per E-Mail oder Messenger gekündigt: unwirksam, auch bei einem guten Grund (§ 623 BGB).
  5. Im Ärger formuliert: Beleidigungen schwächen deine Lage. Sachliche Tatsachen mit Datum überzeugen Arbeitgeber, Agentur und Gericht.

Quellen

Häufige Fragen

Kann ich fristlos kündigen, weil meine neue Stelle sofort beginnen soll?

In aller Regel nicht: Ein besseres Angebot macht das Abwarten der Kündigungsfrist nicht unzumutbar. Bitte deinen Arbeitgeber stattdessen um einen Aufhebungsvertrag zum gewünschten Termin. Schließt die neue Stelle nahtlos an, spielt eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld dann keine Rolle.

Was ist, wenn der Arbeitgeber meine fristlose Kündigung zurückweist?

Annehmen muss er sie nicht, sie wirkt mit dem Zugang. Er kann aber bestreiten, dass ein wichtiger Grund vorlag. Dann steht im Raum, dass das Arbeitsverhältnis erst zum regulären Termin endet – genau dafür steht der Hilfsweise-Satz im Schreiben. Über den Streit entscheidet notfalls das Arbeitsgericht.

Bekomme ich nach einer fristlosen Kündigung Arbeitslosengeld?

Ja, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Agentur prüft aber, ob du einen wichtigen Grund für die Arbeitsaufgabe hattest; fehlt er, ruht der Anspruch in der Regel zwölf Wochen, und die Anspruchsdauer verkürzt sich (§ 159 SGB III, § 148 SGB III).

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei Streit helfen die Verbraucherzentralen, eine Schlichtungsstelle oder ein Anwalt.

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