VorlagenVorlage

Außerordentliche Kündigung: Vorlage mit Feld für den wichtigen Grund

Eine fristlose Kündigung braucht drei Dinge: die Erklärung „außerordentlich und fristlos“, den wichtigen Grund mit Daten und den Satz „Hilfsweise kündige ich ordentlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Liegt der Grund in einer Pflichtverletzung des Anbieters, setzt du ihm vorher eine Frist zur Abhilfe – und kündigst nach deren Ablauf zügig.

Von Rechtsstand geprüft am 6 Min. Lesezeit

Sporttasche mit eingerolltem Handtuch auf einer Holzbank im Flur, obenauf ein weißer Briefumschlag, kühles Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Diese Seite ist für alle, die einen laufenden Verbrauchervertrag sofort beenden wollen, weil ihnen das Weitermachen bis zum regulären Ende nicht zuzumuten ist – das Fitnessstudio nach einer Erkrankung, den Internetanschluss nach wochenlangem Ausfall, das Abo, das nicht mehr geliefert wird. Sie liefert den Mustertext mit einem Feld für den wichtigen Grund, fünf Bausteine für typische Gründe, eine Anleitung für eine überzeugende Begründung und die häufigsten Fehler. Für Wohnung und Arbeitsplatz gibt es eigene Vorlagen zur fristlosen Kündigung des Mietvertrags und zur fristlosen Kündigung des Arbeitsvertrags.

Wann diese Vorlage passt

Außerordentlich kündigst du ohne Kündigungsfrist und ohne Rücksicht auf die Mindestlaufzeit. Das erlaubt das Gesetz bei jedem Vertrag mit laufenden Leistungen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt: Dir ist die Fortsetzung bis zum vereinbarten Ende unter Abwägung aller Umstände nicht zuzumuten (§ 314 Abs. 1 BGB). Eine feste Liste solcher Gründe gibt es nicht. Der Bundesgerichtshof zieht die Grenze so: Ändert sich dein Leben und kannst du die Leistung deshalb nicht mehr nutzen, ist das grundsätzlich dein Risiko. Ein Grund aus deinem eigenen Leben zählt erst, wenn er außerhalb deines Einflusses liegt; beim Fitnessstudio nennt das Gericht eine Erkrankung und eine Schwangerschaft. Ein Umzug, auch ein vom Arbeitgeber veranlasster, reicht dort grundsätzlich nicht (BGH, 04.05.2016, XII ZR 62/15, Rn. 12 f.).

Liegt der Grund in einer Pflichtverletzung des Anbieters – die Leistung fehlt oder ist mangelhaft –, darfst du erst kündigen, wenn eine Frist zur Abhilfe erfolglos abgelaufen ist oder eine Abmahnung nichts bewirkt hat (§ 314 Abs. 2 BGB). Den ersten Schritt erledigst du mit der Vorlage Fristsetzung vor fristloser Kündigung. Danach kündigst du zügig: nur innerhalb einer angemessenen Frist, nachdem du vom Grund erfahren hast (§ 314 Abs. 3 BGB). Fallgruppen mit Urteilen sammelt der Ratgeber außerordentliche Kündigung; für Preiserhöhungen gibt es mit der Sonderkündigung nach Preiserhöhung einen eigenen Weg mit festen Fristen.

Werkzeug

Kündigungsschreiben erstellen

Felder ausfüllen, Brief prüfen, drucken oder als E-Mail senden. Alles bleibt in deinem Browser – nichts wird übertragen oder gespeichert.

1. Art der Kündigung
2. Empfänger
Die richtige Anschrift steht im Vertrag, auf der Rechnung oder im Impressum des Anbieters.
3. Vertragsdaten
4. Absender
5. Zusätze

[Vor- und Nachname] · [Straße und Hausnummer] · [PLZ Ort]

[Name des Anbieters]
[Straße und Hausnummer]
[PLZ Ort]

[Ort], 22. Oktober 2026

Kündigung meines Vertrags – Kundennummer [Kundennummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen Vertrag mit der Kundennummer [Kundennummer] fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Datum, zu dem der Vertrag endet, schriftlich.

Das Ihnen erteilte SEPA-Lastschriftmandat widerrufe ich mit Wirkung zum Vertragsende.

Einer Kontaktaufnahme zu Werbe- oder Rückgewinnungszwecken widerspreche ich; eine etwa erteilte Einwilligung widerrufe ich.

Mit freundlichen Grüßen

[Vor- und Nachname]

Per Post: unterschreiben und mit Nachweis versenden, etwa als Einwurf-Einschreiben. Per E-Mail genügt Textform (§ 126b BGB), sofern der Vertrag nicht die Schriftform verlangt – Mietverträge und Arbeitsverträge brauchen eine Unterschrift auf Papier. Damit nichts mehr abgebucht wird, kannst du Lastschriften dieses Empfängers zusätzlich bei deiner Bank sperren lassen (Art. 5 Abs. 3 SEPA-Verordnung).

So füllst du das Feld „Wichtiger Grund“

Den Kernsatz „außerordentlich und fristlos aus wichtigem Grund“ und den Satz „Hilfsweise kündige ich den Vertrag ordentlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ schreibt der Generator selbst. Dein Teil ist die Begründung. Sie überzeugt, wenn sie vier Fragen beantwortet:

  1. Was ist passiert?Sachlich und konkret: „Der Anschluss ist ausgefallen“, nicht „Ihr Service ist eine Zumutung“.
  2. Seit wann?Datum oder Zeitraum, bei wiederkehrenden Störungen die einzelnen Tage.
  3. Was hast du unternommen?Störungsmeldung, Frist zur Abhilfe mit Datum und was daraus wurde.
  4. Welche Belege liegen bei?Attest, Messprotokoll, Schriftverkehr – als Kopie; die Originale behältst du.

Schreib den Grund immer hinein, auch wo das Gesetz es nicht ausdrücklich verlangt. Ohne Begründung kann der Anbieter nicht prüfen, ob die Kündigung trägt, und kommt es zum Streit, musst du den Grund ohnehin belegen. Der Hilfsweise-Satz sichert dich ab: Reicht der Grund nicht, endet der Vertrag wenigstens zum nächsten regulären Termin.

Varianten: Bausteine für fünf typische Gründe

Kopiere den passenden Baustein in das Feld „Wichtiger Grund“ und ergänze, was in eckigen Klammern steht.

Erkrankung, etwa beim Fitnessstudio

Aufgrund einer Erkrankung kann ich die Leistungen Ihres Studios seit dem [Datum] auf Dauer nicht mehr nutzen. Ein ärztliches Attest, das dies bescheinigt, liegt bei.

Das Attest muss nur bestätigen, dass dir der Sport nicht mehr möglich ist. Die Art der Erkrankung darf das Studio nicht verlangen (BGH, 08.02.2012, XII ZR 42/10, Rn. 33). Mehr dazu unter Fitnessstudio kündigen.

Leistung fällt aus, Frist zur Abhilfe verstrichen, etwa beim Internet

Mein Anschluss ist seit dem [Datum] ausgefallen. Die Störung habe ich am [Datum] gemeldet und Ihnen mit Schreiben vom [Datum] eine Frist zur Behebung bis zum [Datum] gesetzt. Die Frist ist ergebnislos verstrichen.

Ist das Internet nicht ausgefallen, aber dauerhaft erheblich langsamer als vereinbart, darfst du nach einer Messung mit dem Verfahren der Bundesnetzagentur das Entgelt mindern oder ohne Frist kündigen; auch dann gilt zuerst die Frist zur Abhilfe (§ 57 Abs. 4 TKG). Einzelheiten stehen unter DSL und Internet kündigen.

Lieferungen bleiben aus, etwa bei einer Abo-Box

Seit dem [Datum] haben Sie die vereinbarten Lieferungen nicht mehr erbracht; ausgeblieben sind die Lieferungen vom [Daten]. Meine Aufforderung vom [Datum], die Lieferungen bis zum [Datum] wieder aufzunehmen, blieb ohne Erfolg.

Kündigungsbutton fehlt

Grundlage ist § 312k Abs. 6 BGB: Der Vertrag lässt sich auf Ihrer Webseite abschließen, eine Kündigungsschaltfläche fehlt dort jedoch. Damit kann ich ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen.

Dieses Recht besteht auch, wenn Schaltfläche oder Bestätigungsseite mangelhaft sind (§ 312k Abs. 6 BGB); worauf es ankommt, zeigt der Ratgeber Kündigungsbutton nach § 312k BGB.

Dienste, die besonderes Vertrauen voraussetzen, etwa eine Partnervermittlung

Unabhängig davon steht mir ein Kündigungsrecht nach § 627 BGB zu, weil Sie Dienste höherer Art erbringen, die auf Grund besonderen Vertrauens übertragen werden.

Für solche Dienste braucht es keinen wichtigen Grund (§ 627 Abs. 1 BGB); Klauseln, nach denen die volle Vergütung trotzdem verdient sein soll, hat der Bundesgerichtshof verworfen (BGH, 08.10.2009, III ZR 93/09). Was sonst gilt, steht unter Partnervermittlung kündigen.

Versand und Nachweis

Eine außerordentliche Kündigung erklärst du auf denselben Wegen wie eine ordentliche; für die meisten Verbraucherverträge genügt die Textform, also auch eine E-Mail (§ 126b BGB). Bei Verträgen, die sich auf der Webseite des Anbieters abschließen lassen, nimmt die Bestätigungsseite des Kündigungsbuttons auch die außerordentliche Kündigung an und fragt dann nach dem Grund (§ 312k Abs. 2 BGB). Per Post ist das Einwurf-Einschreiben der übliche Weg. Entscheidend ist, dass du den Zugang beweisen kannst; die Möglichkeiten vergleicht der Ratgeber Zugang der Kündigung beweisen.

Häufige Fehler

  1. Grund zu allgemein: „Aus persönlichen Gründen“ lässt sich nicht prüfen. Nenne Ereignis, Datum und Belege.
  2. Keine Frist zur Abhilfe gesetzt: Bei einer mangelhaften Leistung des Anbieters ist die Kündigung sonst in der Regel unzulässig. Entbehrlich ist die Frist etwa, wenn der Anbieter die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert (§ 314 Abs. 2 BGB, § 323 Abs. 2 BGB).
  3. Hilfsweise-Satz gelöscht: Trägt der Grund nicht, läuft der Vertrag sonst unverändert weiter, und du musst neu kündigen.
  4. Zahlungen eingestellt: Solange der Vertrag läuft, musst du die Beiträge zahlen. Wer vorher aufhört, riskiert Mahnungen; was bei Inkasso gilt, steht unter Inkasso nach der Kündigung.
  5. Umzug als Grund genannt: Beim Fitnessstudio trägt er nicht. Für Telefon, Internet und Energie gibt es eigene Umzugsrechte, siehe Kündigung bei Umzug.

Akzeptiert der Anbieter die Kündigung nicht, antworte sachlich und schick die Belege mit; wie du argumentierst, zeigt der Ratgeber Anbieter lehnt die Kündigung ab.

Quellen

Häufige Fragen

Wie lang muss die Frist zur Abhilfe sein?

Eine feste Zahl nennt das Gesetz nicht. Bemiss sie so, dass der Anbieter den Fehler realistisch beheben kann, und setz ein konkretes Datum statt eines Zeitraums – dann gibt es später keinen Streit darüber, wann sie abgelaufen ist.

Darf der Anbieter seinerseits fristlos kündigen?

Ja. Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund hat jeder Vertragsteil (§ 314 Abs. 1 BGB), also auch der Anbieter – etwa wenn du trotz Mahnung nicht zahlst. Auch er muss bei einer Pflichtverletzung in der Regel zuerst abmahnen oder eine Frist setzen.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei Streit helfen die Verbraucherzentralen, eine Schlichtungsstelle oder ein Anwalt.

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