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Datingportal kündigen

Ein Premium-Abo bei einer Partnerbörse kündigst du über den Kündigungsbutton oder in Textform zum Ende der Laufzeit; bei Verträgen seit März 2022 mit höchstens einem Monat Frist, danach monatlich. In den ersten 14 Tagen kannst du ein online geschlossenes Abo widerrufen. Für die genutzte Zeit schuldest du dann höchstens zeitanteiligen Wertersatz – im Fall vor dem Bundesgerichtshof 1,46 Euro statt 199,26 Euro.

Von Rechtsstand geprüft am 8 Min. Lesezeit

Leere Parkbank unter einer leuchtenden Laterne in der Abenddämmerung im Herbst, gelbes Laub auf dem Weg, zwei Kaffeebecher auf der Bank
Bild: KI-generiert

Diese Seite ist für alle, die ein kostenpflichtiges Abo bei einer Partnerbörse oder Dating-App beenden wollen – eine Premium-Mitgliedschaft, ein Monatsabo oder ein Paket mit mehreren Monaten. Sie zeigt, welche Fristen gelten, wie du in den ersten 14 Tagen widerrufst und wie viel du danach für die schon genutzte Zeit zahlen musst. Die Rechnung dazu stammt aus einem Fall, den der Bundesgerichtshof 2021 entschieden hat. Für Partnervermittlungen mit persönlicher Beratung gelten andere Regeln; sie erklärt die Seite Partnervermittlung kündigen.

Was für Dating-Abos gilt

Ein Premium-Abo bei einer Partnerbörse ist ein Vertrag über regelmäßig erbrachte Dienstleistungen: Der Anbieter stellt die Plattform, Vorschläge und Nachrichtenfunktionen fortlaufend bereit. So hat es auch der Bundesgerichtshof beim Wertersatz behandelt (BGH, 17.06.2021, III ZR 125/19, Rn. 9 und 21–24). Für dich bedeutet das:

  • Laufzeit und Frist: Für Verträge seit 1. März 2022 darf die erste Laufzeit höchstens zwei Jahre betragen und die Kündigungsfrist zu ihrem Ende höchstens einen Monat. Verlängert sich das Abo stillschweigend, dann nur auf unbestimmte Zeit und jederzeit mit höchstens einem Monat Frist kündbar (§ 309 Nr. 9 BGB).
  • Kündigungsbutton: Wer Abos online abschließen lässt, muss eine Kündigung über eine gut sichtbare Schaltfläche ermöglichen und sofort in Textform bestätigen (§ 312k BGB).
  • Form: Mehr als die Textform dürfen die Bedingungen nicht verlangen (§ 309 Nr. 13 BGB). Schon 2016 hat der Bundesgerichtshof einer reinen Online-Partnervermittlung die Klausel untersagt, Kündigungen nur unterschrieben per Fax oder Post anzunehmen (BGH, 14.07.2016, III ZR 387/15).
  • Der Preis ist einklagbar: Die Sonderregel für Heirats- und Partnervermittlung in § 656 BGB gilt nicht für Online-Börsen, deren Hauptleistung der Zugang zur Plattform ist und deren Vorschläge auf einem automatischen Abgleich beruhen (III ZR 125/19, Leitsatz). Das Abo musst du also bezahlen wie jedes andere.

Fristen nach Abo-Art

Abo-ArtWann es endetWorauf du achten musst
Monatsabozum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums, wie in den Bedingungen geregeltVorteile bleiben meist bis zum Ende nutzbar
Paket über 3, 6 oder 12 Monate, Vertrag ab 1. März 2022zum Ende der Laufzeit, Frist höchstens 1 Monatohne Kündigung nur unbefristete Verlängerung, dann jederzeit mit höchstens 1 Monat
Paket, Vertrag vor 1. März 2022zum Ende der Laufzeit laut Vertragalte Regeln: Verlängerung um bis zu ein Jahr und bis zu 3 Monate Frist zulässig
Über Apple oder Google Play bezahltzum Ende des Abrechnungszeitraums im StoreKündigung nur in den Abo-Einstellungen des Stores – siehe Abos bei Apple und Google
In den ersten 14 Tagen nach Abschlussmit dem Widerruf, rückwirkendWertersatz nur zeitanteilig (siehe unten)
Kündigungsbutton fehlt oder ist fehlerhaftjederzeit ohne Frist§ 312k Abs. 6 BGB

Rechenbeispiel: Dein Premium-Paket über sechs Monate beginnt am 15. Oktober 2026, Kündigungsfrist ein Monat. Es läuft bis zum 14. April 2027; die Kündigung muss spätestens am 14. März 2027 beim Anbieter sein. Verpasst du den Tag, verlängert sich ein seit März 2022 geschlossener Vertrag nicht um ein weiteres Paket, sondern läuft unbefristet weiter – dann kündigst du jederzeit mit höchstens einem Monat Frist. Mehr dazu im Ratgeber automatische Vertragsverlängerung.

  1. Vertragsbeginn
  2. Kündigung muss spätestens ankommen
  3. Ende der Mindestlaufzeit (6 Monate)
Beispiel: Premium-Paket über sechs Monate ab 15. Oktober 2026 · Kündigungsfrist 1 Monat

Widerruf in den ersten 14 Tagen

Ein online abgeschlossenes Abo ist ein Fernabsatzvertrag. Du kannst es innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsschluss ohne Begründung widerrufen (§ 312g BGB, § 355 BGB). Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor; eine eindeutige E-Mail genügt, und es reicht, wenn du sie vor Fristende abschickst. Seit dem 19. Juni 2026 muss der Anbieter außerdem eine Schaltfläche „Vertrag widerrufen“ bereitstellen (§ 356a BGB); mehr dazu im Ratgeber Widerrufsbutton. Wurdest du nicht ordnungsgemäß belehrt, erlischt das Widerrufsrecht erst zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss (§ 356 Abs. 4 BGB).

Viele Portale lassen dich bei der Anmeldung bestätigen, dass sie sofort loslegen sollen. Das Widerrufsrecht entfällt dadurch nicht: Es erlischt vorzeitig erst, wenn der Anbieter seine Hauptleistung vollständig erbracht hat (§ 356 Abs. 5 BGB). Über den Inhalt dieser Hauptleistung entscheidet der Vertrag, nicht eine Umdeutung in den Bedingungen (BGH, 06.05.2021, III ZR 169/20, Leitsätze; das Urteil zitiert die Vorschrift noch als § 356 Abs. 4 in der alten Zählung). Bei einem Abo, das über Monate läuft, ist sie in den ersten Tagen nicht vollständig erbracht. Bis wann deine Frist läuft, zeigt der Rechner:

Rechner

Widerrufsfrist berechnen

Bis wann kannst du einen online oder an der Haustür geschlossenen Vertrag widerrufen?

Für gesetzliche Feiertage. Ohne Auswahl zählen nur die bundesweiten.

Grundlage: § 355 BGB, § 356 BGB und § 193 BGB. Seit 19. Juni 2026 müssen Online-Händler eine Widerrufsfunktion bereitstellen (§ 356a BGB). Für digitale Inhalte und vorzeitig erbrachte Dienstleistungen kann das Widerrufsrecht früher erlöschen – das zeigt der Rechner als Hinweis.

Was du nach dem Widerruf zahlen musst

Für die Zeit bis zum Widerruf schuldest du Wertersatz nur unter drei Bedingungen: Du hast ausdrücklich verlangt, dass der Anbieter vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, er hat dich ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert und dir das Muster-Widerrufsformular zur Verfügung gestellt (§ 357a Abs. 2 BGB; III ZR 125/19, Rn. 22). Berechnet wird der Wertersatz vom vereinbarten Gesamtpreis, und zwar zeitanteilig. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Vertrag eine Einzelleistung ausdrücklich gesondert bepreist und sie gleich zu Beginn vollständig erbracht wird (III ZR 169/20, Leitsatz; III ZR 125/19, Rn. 23). Das hatte zuvor schon der Europäische Gerichtshof für einen Vertrag mit einer Partnervermittlungs-Website entschieden (Urteil vom 8. Oktober 2020, C-641/19, wiedergegeben in III ZR 169/20, Rn. 30).

Der Fall in Zahlen

SchrittBetragWoher
Premium-Mitgliedschaft über 12 Monate, online geschlossen am 12.07.2018265,68 €III ZR 125/19, Rn. 3
Widerruf am 13.07.2018; Forderung des Anbieters199,26 €Rn. 4
Landgericht: Persönlichkeitsgutachten, das Basis-Mitglieder einzeln für 149 € kaufen konnten, plus 0,64 € für zwei Tage149,64 €Rn. 10
Bundesgerichtshof: 265,68 € : 365 × 2 Tage1,46 €Rn. 24

Das Gutachten war im Premium-Paket enthalten und nicht gesondert bepreist – deshalb zählte allein die Zeit (Rn. 25). Weil der Anbieter einen weit überhöhten Betrag verlangt hatte, musste er der Kundin außerdem ihre Anwaltskosten ersetzen (Rn. 27). Für dein eigenes Abo rechnest du: Gesamtpreis geteilt durch die Laufzeit in Tagen, mal die Tage bis zum Widerruf. Angenommen, ein Jahresabo kostet 360 Euro und du widerrufst nach zehn Tagen: 360 € : 365 × 10 = 9,86 €. Den passenden Mustertext liefert die Vorlage Widerruf; den Unterschied zur Kündigung erklärt Widerruf oder Kündigung.

Kleiner Wildblumenstrauß in braunem Papier auf einer Fensterbank neben einem zugeklappten Laptop, weiches Morgenlicht und helle Vorhänge
Bild: KI-generiert

Vorzeitig kündigen nach § 627 BGB?

Für Verträge über Partnerschaftsvermittlung und -anbahnung erlaubt die Rechtsprechung eine Kündigung jederzeit und ohne wichtigen Grund, weil es um Dienste geht, die auf besonderem Vertrauen beruhen (§ 627 BGB). Vertragsbedingungen dürfen dieses Recht nicht ausschließen; der Anbieter darf dann nur den Teil der Vergütung behalten, der seinen bisherigen Leistungen entspricht (§ 628 BGB). So entschied der Bundesgerichtshof 2009 für ein Video-Partnerportal mit persönlichem Vorgespräch (BGH, 08.10.2009, III ZR 93/09, Rn. 18–20).

Ob das auch für eine rein automatisierte Online-Börse gilt, ist nicht geklärt. Im Parship-Fall hatte das Landgericht Hamburg es angenommen; der Bundesgerichtshof ließ die Frage ausdrücklich offen (III ZR 125/19, Rn. 11 und 26). Wer sich darauf beruft, muss mit Widerspruch rechnen. Sicher bleibt die ordentliche Kündigung zum Laufzeitende – und in den ersten 14 Tagen der Widerruf.

So kündigst du

  1. Zahlungsweg prüfenLäuft das Abo über Apple oder Google, kündigst du im Store. Hast du direkt beim Portal bezahlt, kündigst du dort. Löschst du nur die App oder dein Profil, ist das Abo damit nicht gekündigt.
  2. Kündigungsbutton nutzenDie Schaltfläche „Verträge hier kündigen“ oder gleichbedeutend führt zur Bestätigungsseite; der Anbieter muss den Eingang sofort bestätigen. Speichere die Bestätigung – wie im Ratgeber Kündigungsbestätigung beschrieben.
  3. Oder schriftlichPer E-Mail oder Brief an den Vertragspartner aus dem Impressum, mit der E-Mail-Adresse deines Kontos und „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“.
  4. In den ersten 14 TagenWiderrufen statt kündigen – über „Vertrag widerrufen“ oder per E-Mail.
  5. Abbuchungen kontrollierenBucht der Anbieter nach dem Vertragsende weiter ab, hilft der Ratgeber Lastschrift zurückholen.

Datingportale im Verzeichnis

Für jedes Portal im Verzeichnis stehen Vertragspartner, Kündigungsweg und Fristen je Paket, geprüft an den Angaben des Anbieters – zum Beispiel Parship oder Tinder. Mehrere Marken gehören oft zum selben Unternehmen; maßgeblich ist der Vertragspartner im Impressum.

Typische Probleme

Rechnung über einen Großteil des Preises nach dem Widerruf: Widersprich schriftlich und rechne den zeitanteiligen Betrag vor. Eine gesondert bepreiste Einzelleistung muss im Vertrag ausdrücklich so vereinbart sein; ein im Paket enthaltener Test zählt nicht.

Verlängerung um ein ganzes Paket: Bei Verträgen seit 1. März 2022 ist eine Klausel, nach der sich das Abo stillschweigend um ein weiteres Paket verlängert, unwirksam (§ 309 Nr. 9 BGB). Kündige trotzdem ausdrücklich – dann endet der Vertrag spätestens einen Monat nach Zugang.

Inkasso nach der Kündigung: Prüfe, ob die Forderung überhaupt besteht, bevor du zahlst. Wie du reagierst, zeigt der Ratgeber Inkasso nach der Kündigung.

Kündigung erst nach Login: Ob ein Anbieter vor der Kündigung eine Anmeldung verlangen darf, verhandelt der Bundesgerichtshof am 5. November 2026; das Kammergericht hält es für unzulässig. Kündigen kannst du ohnehin auch per E-Mail. Mehr im Ratgeber Kündigungsbutton.

Werkzeug

Kündigungsschreiben erstellen

Felder ausfüllen, Brief prüfen, drucken oder als E-Mail senden. Alles bleibt in deinem Browser – nichts wird übertragen oder gespeichert.

1. Art der Kündigung
2. Empfänger
Die richtige Anschrift steht im Vertrag, auf der Rechnung oder im Impressum des Anbieters.
3. Vertragsdaten
4. Absender
5. Zusätze

[Vor- und Nachname] · [Straße und Hausnummer] · [PLZ Ort]

[Name des Anbieters]
[Straße und Hausnummer]
[PLZ Ort]

[Ort], 22. Oktober 2026

Kündigung meines Vertrags – Kundennummer [Kundennummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen Vertrag mit der Kundennummer [Kundennummer] fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Datum, zu dem der Vertrag endet, schriftlich.

Das Ihnen erteilte SEPA-Lastschriftmandat widerrufe ich mit Wirkung zum Vertragsende.

Einer Kontaktaufnahme zu Werbe- oder Rückgewinnungszwecken widerspreche ich; eine etwa erteilte Einwilligung widerrufe ich.

Mit freundlichen Grüßen

[Vor- und Nachname]

Per Post: unterschreiben und mit Nachweis versenden, etwa als Einwurf-Einschreiben. Per E-Mail genügt Textform (§ 126b BGB), sofern der Vertrag nicht die Schriftform verlangt – Mietverträge und Arbeitsverträge brauchen eine Unterschrift auf Papier. Damit nichts mehr abgebucht wird, kannst du Lastschriften dieses Empfängers zusätzlich bei deiner Bank sperren lassen (Art. 5 Abs. 3 SEPA-Verordnung).

Quellen

Häufige Fragen

Werden meine Daten gelöscht, wenn ich das Abo kündige?

Nicht automatisch. Die Kündigung beendet das kostenpflichtige Abo; dein Profil kann als kostenlose Mitgliedschaft weiterbestehen. Willst du auch das Profil loswerden, lösche es zusätzlich in den Kontoeinstellungen oder verlange die Löschung schriftlich.

Ich habe ein Probeabo zum Sonderpreis abgeschlossen. Läuft es automatisch weiter?

Meist ja, zum regulären Preis, wenn du nicht vor dem Ende kündigst. Welche Regeln für solche Übergänge gelten und was bei einer versteckten Verlängerung hilft, erklärt der Ratgeber Probeabo kündigen.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei Streit helfen die Verbraucherzentralen, eine Schlichtungsstelle oder ein Anwalt.

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