Online-Vertrag, Online-Kündigung
Software- und Cloud-Abos werden fast immer online abgeschlossen – also fällt das Kündigungsverhältnis unter § 312k BGB. Der Anbieter muss eine Online-Kündigung anbieten. Das geht meist im jeweiligen Account.
Microsoft 365 kündigen
Login auf account.microsoft.com → Dienste & Abonnements → Microsoft 365 → „Verwalten" → „Abrechnung" → „Wiederkehrende Abrechnung deaktivieren". Damit endet das Abo zum Ende der bezahlten Periode.
Familien-Plan: Wird vom Hauptkonto gekündigt; Familienmitglieder verlieren am Stichtag den Zugriff.
Sonderfall App Store / Google Play: Wer Microsoft 365 über App Store gekauft hat, kündigt dort.
Adobe Creative Cloud
Login auf account.adobe.com → Konten und Pläne → „Plan verwalten" → „Plan kündigen".
Vorsicht – Adobe-Falle: Beim Jahres-Abo mit monatlicher Zahlung droht eine Stornogebühr von 50 % der Restlaufzeit. Wer also nach 4 von 12 Monaten kündigt, zahlt für die restlichen 8 Monate die Hälfte. Die Klausel ist umstritten – die Verbraucherzentrale Bayern hält sie für unwirksam, weil sie eine versteckte Mindestvertragsbindung darstellt. Im Streitfall einfach kündigen und die Stornogebühr mit Hinweis auf § 309 Nr. 9 BGB ablehnen.
Dropbox
Login auf dropbox.com → Avatar → Einstellungen → Plan → „Plan herabstufen" oder „Konto löschen". Bei Jahres-Abo: anteilige Erstattung möglich, wenn innerhalb 30 Tagen nach Kauf gekündigt.
iCloud+ und Apple-Abos
Auf iPhone/iPad: Einstellungen → Apple-ID → Abonnements. Auf Mac: App Store → Apple-ID → „Account anzeigen" → Abonnements.
Wichtig: Was über die Apple-ID läuft, kündigst du immer dort, nie beim eigentlichen Anbieter (z. B. Disney+, Netflix etc., wenn du sie über den App Store gebucht hast).
Google One
Login auf one.google.com → Einstellungen → „Abo kündigen". Endet zum Ende der bezahlten Periode. Achtung: Nach Kündigung hast du nur noch den Standard-15-GB-Speicher; alles darüber ist gefährdet, wenn du nicht innerhalb von 2 Jahren reduzierst oder umlagerst.
Daten-Export – tu das, bevor du kündigst
Bei Cloud-Speichern und SaaS-Tools verlierst du nach Vertragsende oft den Zugriff auf deine Daten – und in vielen Fällen werden sie nach 30 oder 90 Tagen unwiderruflich gelöscht. Was du tun musst:
- Cloud-Speicher: Vor Kündigung alles auf eine externe Festplatte oder neuen Anbieter laden.
- Microsoft 365 / Office: Dokumente lokal als .docx, .xlsx etc. speichern – nicht im OneDrive-Cloud-Format.
- Adobe: InDesign-, Photoshop-Dateien lokal sichern. PSD- und INDD-Dateien sind oft nur mit Adobe-Software lesbar.
- Dropbox: Komplett-Export per Web-Interface möglich.
- Google: Über takeout.google.com kannst du alle deine Google-Daten als ZIP herunterladen.