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Kündigung im Todesfall: Verträge eines Verstorbenen beenden

Mit dem Tod gehen die meisten Verträge auf die Erben über; sie kündigen dann mit der normalen Frist. Einige enden von selbst, etwa die Mitgliedschaft in Verein und Krankenkasse oder der Heimvertrag mit Pflege – dort genügt eine Mitteilung. Leg der Kündigung eine Kopie der Sterbeurkunde bei; einen Erbschein musst du nicht von dir aus vorlegen.

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Ruhiger Wohnzimmertisch im gedämpften Tageslicht mit einer kleinen Vase weißer Blumen, einer geschlossenen Mappe und einem weißen Umschlag
Bild: KI-generiert

Diese Seite ist für Erben, Angehörige und Bevollmächtigte, die nach einem Todesfall die Verträge des Verstorbenen beenden müssen. Sie zeigt in einer Tabelle, welche Verträge von selbst enden und welche gekündigt werden müssen, liefert den Mustertext mit Bausteinen für Erben, Bevollmächtigte und Mitteilungen, erklärt, welche Nachweise du brauchst, und schlägt eine Reihenfolge für die ersten Wochen vor. Die Mietwohnung folgt eigenen Regeln; sie stehen unter Tod des Mieters. Eine Liste aller Aufgaben nach einem Todesfall bietet die Lebenslage Todesfall.

Was mit den Verträgen passiert

Mit dem Tod geht das Vermögen des Verstorbenen als Ganzes auf die Erben über (§ 1922 BGB) – und mit ihm grundsätzlich die laufenden Verträge. Ein allgemeines Kündigungsrecht wegen des Todes kennt das Gesetz nicht; die Erben kündigen mit der Frist aus dem Vertrag. Für einige Verträge gelten aber eigene Regeln:

VertragWas nach dem Tod giltWas du tustGrundlage
Mietwohnungeigene Regeln – nicht nach diesem Muster kündigensiehe Tod des Mieters§ 563 BGB, § 564 BGB
Mitgliedschaft im Vereinendet mit dem Tod, wenn die Satzung nichts anderes bestimmtVerein informieren, Lastschrift stoppen§ 38 BGB, § 40 BGB
Gesetzliche KrankenkasseMitgliedschaft endet mit dem TodKasse informieren§ 190 Abs. 1 SGB V, § 191 SGB V
Heimvertrag mit Pflegeendet mit dem Tod, die Erben kündigen nicht. Wer Leistungen der Pflegekasse bezog, schuldet das Entgelt nur bis zum Sterbetag; nur bei Selbstzahlern darf für das Zimmer eine Fortzahlung von höchstens zwei Wochen vereinbart seinHeim informieren, Nachlass abholen; mehr unter Heimvertrag kündigen§ 4 Abs. 3 WBVG, § 87a Abs. 1 SGB XI
Lebens- und Sterbegeldversicherungkeine Kündigung: Der Tod ist der Versicherungsfallunverzüglich anzeigen und die Leistung beantragen; siehe Sterbegeldversicherung§ 30 VVG
Handy, Internet, Strom, Streaming, Zeitschrift, Fitnessstudiolaufen weiter, Vertragspartner sind jetzt die Erbenordentlich kündigen, Mustertext unten§ 1922 BGB
Hausrat- und Kfz-Versicherunggehen grundsätzlich auf die Erben überVersicherer informieren, mit der Vorlage Versicherung kündigen beenden§ 1922 BGB
Girokonto und Depotgehen auf die Erben überBank informieren, Erbrecht nachweisen; siehe Girokonto kündigen§ 1922 BGB
Rundfunkbeitragkein VertragWohnung abmelden, wenn niemand dort weiter wohnt; siehe Rundfunkbeitrag abmelden–

Wer kündigen darf

  • Die Erben: Sie sind jetzt Vertragspartner. Gibt es mehrere, steht ihnen die Verwaltung des Nachlasses gemeinschaftlich zu (§ 2038 BGB); am sichersten unterschreiben deshalb alle die Kündigung oder bevollmächtigen einen von ihnen.
  • Bevollmächtigte: Eine Vollmacht des Verstorbenen erlischt nicht automatisch mit dem Tod. Das richtet sich nach dem Auftrag dahinter, und ein Auftrag erlischt im Zweifel nicht durch den Tod (§ 168 BGB, § 672 BGB). Am klarsten ist eine Vollmacht „über den Tod hinaus“. Ohne beigelegte Vollmachtsurkunde kann der Anbieter die Kündigung unverzüglich zurückweisen (§ 174 BGB); wie du das vermeidest, steht unter Vollmacht für die Kündigung.
  • Wer noch nicht weiß, ob er das Erbe annimmt: Ausschlagen kann man nur binnen sechs Wochen, nachdem man vom Erbfall und vom Grund der Berufung erfahren hat (§ 1944 BGB). Wer das erwägt, holt vor Erklärungen für den Nachlass besser Rat ein, etwa bei einem Notar oder einer Anwältin für Erbrecht.

Werkzeug

Kündigungsschreiben erstellen

Felder ausfüllen, Brief prüfen, drucken oder als E-Mail senden. Alles bleibt in deinem Browser – nichts wird übertragen oder gespeichert.

1. Art der Kündigung
2. Empfänger
Die richtige Anschrift steht im Vertrag, auf der Rechnung oder im Impressum des Anbieters.
3. Vertragsdaten
4. Absender
5. Zusätze

[Vor- und Nachname] · [Straße und Hausnummer] · [PLZ Ort]

[Name des Anbieters]
[Straße und Hausnummer]
[PLZ Ort]

[Ort], 22. Oktober 2026

Kündigung meines Vertrags – Kundennummer [Kundennummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen Vertrag mit der Kundennummer [Kundennummer] fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Datum, zu dem der Vertrag endet, schriftlich.

Das Ihnen erteilte SEPA-Lastschriftmandat widerrufe ich mit Wirkung zum Vertragsende.

Einer Kontaktaufnahme zu Werbe- oder Rückgewinnungszwecken widerspreche ich; eine etwa erteilte Einwilligung widerrufe ich.

Mit freundlichen Grüßen

[Vor- und Nachname]

Per Post: unterschreiben und mit Nachweis versenden, etwa als Einwurf-Einschreiben. Per E-Mail genügt Textform (§ 126b BGB), sofern der Vertrag nicht die Schriftform verlangt – Mietverträge und Arbeitsverträge brauchen eine Unterschrift auf Papier. Damit nichts mehr abgebucht wird, kannst du Lastschriften dieses Empfängers zusätzlich bei deiner Bank sperren lassen (Art. 5 Abs. 3 SEPA-Verordnung).

Varianten: Bausteine für Erben und Bevollmächtigte

Absender bist du, nicht der Verstorbene: Trag im Generator deinen eigenen Namen und deine Anschrift ein, als Kunden- oder Vertragsnummer die des Verstorbenen. Übernimm den Brief mit „Text kopieren“ und ersetze den ersten Absatz durch einen dieser Bausteine.

Kündigung durch einen Erben

[Vorname und Name des Verstorbenen], geboren am [Geburtsdatum], zuletzt wohnhaft in [Anschrift], ist am [Sterbedatum] verstorben. Als [Erbe oder Erbin] kündige ich den oben genannten Vertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Eine Kopie der Sterbeurkunde liegt bei.

Kündigung durch mehrere Erben

[Vorname und Name des Verstorbenen], geboren am [Geburtsdatum], ist am [Sterbedatum] verstorben. Als Erben kündigen wir gemeinsam den oben genannten Vertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte richten Sie Ihre Bestätigung an [Name und Anschrift].

Der Generator setzt nur einen Namen unter den Brief; ergänze auf dem Ausdruck die Unterschriften der übrigen Erben.

Kündigung durch einen Bevollmächtigten

[Vorname und Name des Verstorbenen], geboren am [Geburtsdatum], ist am [Sterbedatum] verstorben. Aufgrund der beiliegenden Vollmacht, die über den Tod hinaus gilt, kündige ich den oben genannten Vertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Mitteilung an Verein oder Krankenkasse

ich teile Ihnen mit, dass Ihr Mitglied [Vorname und Name], Mitgliedsnummer [Nummer], am [Sterbedatum] verstorben ist. Bitte bestätigen Sie mir das Ende der Mitgliedschaft und buchen Sie keine Beiträge mehr ab. Zu viel gezahlte Beiträge überweisen Sie bitte auf das Konto [IBAN].

Bitte um vorzeitige Beendigung

Da der Vertrag nach dem Tod nicht mehr genutzt werden kann, bitte ich Sie, ihn vorzeitig zum [Datum] zu beenden. Ist das nicht möglich, gilt die Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Diesen Satz setzt du hinter die Kündigung. Ob der Anbieter darauf eingeht, liegt bei ihm; einen Anspruch darauf gibt das Gesetz in der Regel nicht.

Welche Nachweise du brauchst

Sterbeurkunde: Sie enthält Namen, Geburtstag, letzten Wohnsitz und Zeitpunkt des Todes (§ 60 PStG) – genau die Angaben, mit denen der Anbieter den Vertrag zuordnet. Leg eine Kopie bei; Originale gibst du nur heraus, wo sie ausdrücklich verlangt werden.

Erbschein: Das ist ein Zeugnis des Nachlassgerichts über das Erbrecht, das es nur auf Antrag erteilt (§ 2353 BGB). Von dir aus musst du ihn nicht beilegen. Erben sind nicht verpflichtet, ihr Erbrecht durch einen Erbschein nachzuweisen, sondern können es auch auf andere Weise belegen (BGH, 08.10.2013, XI ZR 401/12, Rn. 24) – etwa mit einem eröffneten Testament, auch einem handschriftlichen, wenn es die Erbfolge eindeutig ausweist (BGH, 05.04.2016, XI ZR 440/15). Im zweiten Fall musste die Sparkasse den Erben die Kosten des unnötig verlangten Erbscheins von 1.770 Euro ersetzen. Verlangt ein Anbieter für eine Kündigung einen Erbschein, frag nach, ob ihm Sterbeurkunde und Testament mit Eröffnungsprotokoll genügen.

Reihenfolge für die ersten Wochen

  1. Verträge findenKontoauszüge zeigen, wer regelmäßig abbucht; dazu kommen Post, E-Mail-Postfach und Ordner des Verstorbenen.
  2. SortierenWas endet von selbst, was ist ein Versicherungsfall, was läuft weiter? Die Tabelle oben hilft.
  3. Melden und kündigenZuerst die Versicherungsfälle, weil sie unverzüglich anzuzeigen sind, dann die Mitteilungen, dann die Kündigungen mit Kopie der Sterbeurkunde.
  4. Lastschriften stoppenDas Mandat widerrufst du zum Vertragsende; Beiträge bis dahin bleiben geschuldet. Hilfe bietet die Vorlage Lastschriftmandat widerrufen.
  5. Bestätigungen sammelnLeg für jeden Vertrag Kündigung, Sendebeleg und Bestätigung zusammen ab, bis die Schlussrechnung bezahlt ist.

Häufige Fehler

  1. Im Namen des Verstorbenen unterschrieben: Unterschreib mit deinem eigenen Namen und nenne deine Rolle als Erbe oder Bevollmächtigter.
  2. Erbschein vorschnell beantragt: Er kostet Gebühren. Frag zuerst, ob Sterbeurkunde und eröffnetes Testament genügen.
  3. Mietwohnung wie einen Handyvertrag behandelt: Für sie gelten eigene Regeln und Fristen. Lies zuerst Tod des Mieters, bevor du etwas unterschreibst.
  4. Lastschriften sofort zurückgeholt: Beiträge bis zum Vertragsende bleiben geschuldet; wer sie zurückbucht, bekommt Mahnungen.
  5. Mitgliedschaften „gekündigt“: Bei der Krankenkasse und – wenn die Satzung nichts anderes bestimmt – beim Verein genügt die Mitteilung des Todes; eine Kündigungsfrist läuft dort nicht.

Quellen

Häufige Fragen

Bleibt eine Kündigung wirksam, die der Verstorbene noch selbst abgeschickt hat?

Ja. Stirbt jemand, nachdem er eine Kündigung abgegeben hat, ändert das an ihrer Wirksamkeit nichts (§ 130 Abs. 3 BGB); sie wirkt, sobald sie beim Anbieter ankommt.

Kann ich als Angehöriger kündigen, wenn ich nicht Erbe bin?

Nur mit Vertretungsmacht, etwa einer Vollmacht, die über den Tod hinaus gilt, oder einer Vollmacht der Erben. Bei einseitigen Erklärungen wie einer Kündigung ist Vertretung ohne Vertretungsmacht grundsätzlich unzulässig (§ 180 BGB).

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei Streit helfen die Verbraucherzentralen, eine Schlichtungsstelle oder ein Anwalt.

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