Arbeitsvertrag kündigen

KündigungIn vielen Fällen läuft der Wechsel oder die Kündigung eines Arbeitsplatzes reibungslos ab. Ein Arbeitsvertrag läuft einfach aus, es findet ein einvernehmliches Gespräch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber statt und ein ordentliches Kündigungsschreiben führt zur Auflösung des Vertrages. In anderen Fällen wiederum dominieren Uneinigkeiten oder Streitigkeiten am Arbeitsplatz. Der eine oder andere fühlt sich ungerecht behandelt, es treten gesundheitliche oder andere Probleme auf. Dann ist es oft nicht ganz einfach, Arbeitgeber und Arbeitnehmer "unter einen Hut zu bringen" - nicht umsonst gibt es ein ausführliches, im Grundgesetz verankertes Arbeitsrecht! In einigen Fällen ist dann eine außerordentliche Kündigung unumgänglich. Unsere Muster-Kündigungsschreiben unterstützen Sie bei der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses.

Ordentliche und außerordentliche Kündigung

Sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber haben die Möglichkeit, einen Arbeitsvertrag ordentlich oder außerordentlich zu kündigen.
Die ordentliche (fristgemäße) Kündigung gilt in Fällen, in denen das Arbeitsverhältnis in beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst wird.
Die außerordentliche oder "fristlose" Kündigung greift dann, wenn auf der einen oder der anderen Seite Vertragsverletzungen vorliegen wie z.B. Zahlungsverzug von Seiten des Arbeitgebers oder aufgrund eines gravierenden Fehlverhaltens von Seiten des Arbeitnehmers. Kurz, wenn eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für eine der beiden Parteien unzumutbar wäre. In diesen Fällen kann sowohl vom Arbeitnehmer, als auch vom Arbeitgeber individuell ein Kündigungstermin fest gesetzt werden, der vor dem gesetzlichen Termin liegt.

Gültigkeit der gesetzlichen Kündigungsfrist
bei einer ordentlichen Kündigung

Wie lange im Voraus gekündigt werden muss hängt im Einzelfall davon ab, ob die Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag geregelt ist und ob auf das Arbeitsverhältnis ein Tarifvertrag Anwendung findet.

Erste "Instanz" sind die im Tarifvertrag geregelten Kündigungsfristen, jedoch gilt das "Günstigkeitsprinzip": entsprechen die im Arbeitsvertrag festgesetzten Fristen dem Arbeitnehmer besser, gilt was im Arbeitsvertrag steht.

Wurde im Arbeitsvertrag keine Kündigungsfrist festgelegt und findet keine Tarifvertrag Anwendung gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen nach § 622 BGB. Diese richten sich wie folgt nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit

2 Jahre 1 Monat zum Monatsende
5 Jahre 2 Monate zum Monatsende
8 Jahre 3 Monate zum Monatsende
10 Jahre 4 Monate zum Monatsende
12 Jahre 5 Monate zum Monatsende
15 Jahre 6 Monate zum Monatsende
20 Jahre 7 Monate zum Monatsende

Grundsätzlich gilt: jede Kündigung eines Arbeitsvertrages bedarf der schriftlichen Form und muss handschriftlich unterschrieben sein. Sie ist erst ab dem Moment wirksam, ab dem sie dem Empfänger zugeht.

Nachfolgend finden Sie hier Beispiel-Kündigungsschreiben für verschiedene Fälle. Sollten Unklarheiten bestehen empfehlen wir diese Seite zum deutschen Arbeitsrecht.